HATE by OZ

Foto: Miguel Martinez

спасибо

Frau Schweinemett blickt auf: April

In einer neuen Episode von Mein schlaffes Fleisch braucht Bewegung! beschloss ich, in diesem Monat die neue Franzi von Almsick zu werden: An einem Samstagmorgen stand ich vor unserem miefigen Hallenbad und kaufte mir ein 10er. Ich war wie immer gut vorbereitet, hatte mir beim Discounter einen modischen Badeanzug für sechs Euro gekauft und hoffte, dass sich das Gerät nicht sofort beim ersten Kontakt mit chlorhaltigem Wasser auflösen würde. Ich hatte sogar meine Sporttasche abgestaubt und meine Sofajogginghose an. Wie Extremsportler eben so rumlaufen. Read the rest of this entry »

Frittenbude bei zdf_neo

Gestern Abend habe ich das erste Mal den Sender zdf_neo eingeschaltet bzw. bei Zattoo angeklickt. Der Grund waren die Freunde von der Frittenbude, der Band also mit dem besten Booker der Welt, und Torsun als Verstärkung. Neben der Erkenntnis, dass es sich einfach nicht lohnt deutsches Fernsehen zu schauen, da selbst vermeintlich innovative Formate mit jungen, frischen Moderatoren schnell eine nicht verschwinden wollende Assoziationswolke mit den 90er-VIVA-Jahren evozieren und letztendlich doch nur ein Abbild der traurigen bundesrepublikanischen Wirklichkeit da draußen sind, bleibt festzustellen, dass als Panda der Schweiß fließt, auch wenn man das am Ende des Videos leider nicht mehr sieht:

Boycott Biennale!

Heute beginnt in Berlin das große Kunstspektakelwochenende; neben dem Gallery Weekend startet außerdem die 7. Berlin Biennale, eine der meistbeachtesten Veranstaltungen für moderne Kunst in Deutschland. Einige haben sicherlich schon die Plakate mit dem runenartigen Logo in Berlin und anderswo hängen sehen.

Kuratiert wird sie in diesem Jahr von Artur Zmijewski, über den der Spiegel schreibt, er sei ein Künstler, der sich als Anti-Künstler verstehe, sein Instrument sei der “Tabubruch, die bewußte Geschmacklosigkeit” und dass am Ende der Biennale in Berlin “ein großes, trotziges Zmijewski-Kunstwerk entstanden sein” wird. Er mache eben “Kunst, die endgültig keine sein will, sondern echter Aktivismus.”

Im Vorfeld der Biennale trat er mit seinem Video “Berek” (“Hasch mich”) in Erscheinung, bei dem eine Gruppe Nackter in der Gaskammer tanzt. Letzte Woche hat er in Berlin-Neukölln Birken aus dem ehemaligen KZ Birkenau pflanzen lassen und Martin Zet, einer der von ihm angeheuerten Künstler rief dazu auf 60.000 Exemplare von Thilo Sarazzins “Deutschland schafft sich ab” zu Verbrennungzwecken zu sammeln.

Dass aber Reflex nicht zwangsläufig mit Reflektion einhergeht und auch nicht alles Kunst ist, was von Künstlern produziert wird, hat die Gruppe Rosa Perutz in der aktuellen Ausgabe der Jungle World noch einmal auf den Punkt gebracht.

Hier sind Auszüge des lesenswerten Texts:

“Die von der Biennale proklamierte »Anwendbarkeit« der Kunst ist ein Aufruf zur real action, welche die hemmenden Diskurse der Kritik und die Zensur durch den Kunstmarkt überwinden soll. Die zum Programm erhobene Verschmelzung von Kunst und Politik löst die Kunst von ihrem konkreten gesellschaftlichen Zusammenhang und setzt sie stattdessen in einem dezisionistischen Akt als Symbol bedingungsloser Radikalität. Diese Radikalität bedarf zu ihrer Selbstdarstellung der von ihr selbst angeprangerten Autoritäten, der Zensur und der Tabus, die ständig behauptet werden müssen, um sich gegen sie auflehnen zu können.

Žmijewski hat es in seiner künstlerischen Arbeit vorgemacht: Koketterien mit dem Tabubruch wie sein geschmackloser Umgang mit der Shoa sind ein probates Mittel solcher Selbst­inszenierung, jede Kritik daran kann als Zensur durch die Mächtigen, die Medien, die Direktoren sogleich angeprangert werden. Politik wird dadurch als ein existentieller Kampf gegen und um die Macht inszeniert, in dem für Widersprüche und Ambivalenzen kein Platz ist. Žmijewski bedient mit seiner bombastischen politischen Symbolik zunächst einfach nur den kuratorischen Allgemeinplatz jeder beliebigen Biennale der Gegenwartskunst: Er schafft eine temporäre Kunstausstellung mit spektakulärem Eventcharakter und stellt die nach Berlin importierte, vermeintlich dissidente, in diesem Fall in erster Linie osteuropäische Kunstszene in einen politisch aufsehenerregenden Zusammenhang. Read the rest of this entry »

Ein Bild aus der Zukunft

„Wir sind ein Bild aus der Zukunft“ heißt es ab morgen Abend im Berliner Theater HAU3.

Aufbauend auf einer Idee der Performerin und Journalistin Margarita Tsomou und des Theoretikers und Autors Tim Stüttgen versammelt sich für „Wir sind ein Bild aus der Zukunft“ eine interdisziplinäre Gruppe von Künstlern aus unterschiedlichsten Bereichen, die das Stücck intermedial und kollektiv gestalteten:

Vom Electro-Musiker Can „Khan“ Oral zu der bildenden Künstlerin Katrin Mayer, vom queeren Wiener Theatermacher Gin Mueller über den b_books-Filmemacher Nicolas Siepen bis zum Performer Julian Meding.

und darum geht’s:

„Wir sind ein Bild aus der Zukunft“ stand während den Athener Riots 2008 auf den Hauswänden gesprüht – wir, die Forscher_innen eines militanten Youtube-Senders, verstehen dieses Graffiti als Prophezeiung.
Wir sind die selbsternannten Kinder von Gabi Teichert, die ihre Mutter in der Zeit-forschenden Lehrerin aus Alexander Kluges Film „Die Patriotin” fanden. In einem Sende-Studio schließen wir uns zusammen, um den Stand der Endzeit zu analysieren, die gekommenen Aufstände zu dokumentieren und den queeren Kommunismus herbei zu fabulieren. Es geht um nichts weniger als eine revolutionäre Recherche: was könnten die Bilder der Zukunft sein? Read the rest of this entry »

HATE Podcast No. 2 – lassmalaura Gives A Fuck

“Deine Musik habe ich gehört und kann mir jetzt besser vorstellen, was du da so machst. Über eine Stunde habe ich auf dem Teppich gelegen und gelauscht. Ich gestehe, dass ich auch mal eingeschlafen bin, aber das Aufwachen zu den Klängen war dann sehr schön. Die Trackliste gefällt mir ausnahmslos, das mit den Beats finde ich z.T. auch toll, besonders die Wechsel und die Übergänge mit der Musik. Auf Dauer bin ich mir aber nicht so sicher, ob es gut fürs Herz ist.”

Hipster, Hipster BLABLA

Auch wenn der Tagesspiegel, das Berliner Regionalblättchen mit dem traditionell eher verzögerten Durchblick, soeben erst, dafür aber gleich in zwei Artikeln aufgearbeitet, auf das bis dato völlig neue und höchstens in bestens informierten Kreisen bekannte Phänomen “Hipster” aufmerksam geworden ist (“Feindbild Vollbart: Künstler und Blogger machen sich zunehmend über Hipster lustig.”) und es neben der Auseinandersetzung in sogenannten “Blogs” wohl sogar inzwischen ein Buch zum Thema gibt (“Viele hassen ihn, Webseiten machen sich über ihn lustig und jetzt wurde auch noch ein Buch über ihn geschrieben.”), müssen wir leider darauf hinweisen, dass Helge Peters bereits 2009 in seinem Artikel Zierat Zitat in HATE#3 alles Relevante zum Hipster gesagt hat. Daher an dieser Stelle noch mal der komplette Artikel: Read the rest of this entry »

Apropos Spex

Die Stämme von Köln (Dokumentarfilm 2011)

Filmclub Berlin / Sputnik-Kino

So 22.04.2012 15.00 Uhr
Di 24.04.2012 19 00 Uhr  anschl. Filmgespräch mit Anja Dreschke moderiert von Michael Baute

“Als Kölner Stämme bezeichnen sich rund 80 Vereine aus Köln, deren Mitglieder sich als Hunnen, Mongolen, Wikinger, Indianer oder Afrikaner verkleiden und einen Großteil ihrer Freizeit der Herstellung aufwendiger Kostüme, Waffen und Zelte widmen. Und das nicht nur im Karneval. Während der Sommermonate campen sie in Kölner Grünanlagen, um gemeinsam mit der Familie, Freunden oder Arbeitskollegen die Lebenswelten ‘fremder’ Völker und vergangener Epochen nachzuspielen. Höhepunkte dieser Zeltlager sind inszenierte Rollenspiele mit denen das Leben am Hofe Attilas oder Dschingis Khans in Szene gesetzt wird. Angeleitet werden diese Spektakel von den Vereinsschamanen, die für die anderen Mitglieder auch Initiationsrituale, Hochzeitsfeiern und manchmal sogar Beerdigungszeremonien durchführen. Dabei mischen sich Elemente verschiedener ritueller Praktiken und Traditionen – vom Karneval bis zum sibirischen Schamanismus. Um diesen kreativen Prozess der Aneignung und Transformation der ‘eigenen’ und ‘fremden’ Kultur(en) zu erforschen, hat die Ethnologin und Filmemacherin Anja Dreschke die Kölner Stämmen über mehrere Jahre begleitet.”

Unterirdischer geht immer: Die Grether-Schwestern

Wir waren auch nicht unbedingt die Riesenfans der aktuellen Spex (und schon gar nicht von der Kölner Kiosk-Intro), aber was die Grether-Schwestern im Blog ihrer unsäglichen Jammerkombo über den Chefredakteurswechsel schreiben, ist so ziemlich das ekelhafteste, hohlste und erbärmlichste was man seit langem lesen musste.
Bis jetzt war es vor allem Mitleid, das uns erfüllte, wenn wir die Horror-Twins bei RTL Exklusiv in ihrer Funktion als Groupies über das Geben von Blowjobs an ältere Mucker berichten sahen oder sie die Vergangenheit im legendären Köln verklärten.
Nun zeichnen die Doctorellas in der Retrospektive die eigene Vergangenheit in glorreichen Farben und ihre Einschätzungen zu Berlin, Popkultur und Musik sind einfach nur noch absurd.

Hier ein paar Schmankerl: Read the rest of this entry »

Aktuelle HATE