Von Prinzessinnen und Superhelden…

Riley ist wütend. Aus Gründen.

Frau Schweinemett blickt auf: Arbeit

Die blanke Panik blitzte aus meinen Augen. So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt! Ich saß wie ein verschrecktes Kaninchen auf einem kleinen Holzstuhl vor meinem Häuptling. Mitten im Kreuzverhör. Mein Bein zuckte kurz, ich war in der Versuchung, den Tisch umzuwerfen und zu rufen: „Nein! Ich hab keinen Bock auf die Scheiße!“ Aber ich war schon längst angekommen im Hamsterrad. Hatte nicht den Arsch in der Hose, den Tisch umzuwerfen. Read the rest of this entry »

Stille Post

Liebe Spex,

wir kennen das ja schon von euch, dass ihr einfach Texte druckt, bei denen ihr aus Versehen den Credit vergesst.

Wir würden an dieser Stelle allerdings gerne dann doch darauf hinweisen, dass wir euch natürlich keinen Leserbrief geschrieben haben, sondern uns lediglich über die schier grenzenlose Merkbefreitheit der Grether-Schwestern amüsierten.

Dennoch viel Glück in den nächsten Monaten. Wir wünschen es nämlich (fast) keinem Magazin, dass es eingestellt wird.

Liebe Grüße,

deine HATE.

(diesmal wirklich)

Boycott Biennale!

Heute beginnt in Berlin das große Kunstspektakelwochenende; neben dem Gallery Weekend startet außerdem die 7. Berlin Biennale, eine der meistbeachtesten Veranstaltungen für moderne Kunst in Deutschland. Einige haben sicherlich schon die Plakate mit dem runenartigen Logo in Berlin und anderswo hängen sehen.

Kuratiert wird sie in diesem Jahr von Artur Zmijewski, über den der Spiegel schreibt, er sei ein Künstler, der sich als Anti-Künstler verstehe, sein Instrument sei der “Tabubruch, die bewußte Geschmacklosigkeit” und dass am Ende der Biennale in Berlin “ein großes, trotziges Zmijewski-Kunstwerk entstanden sein” wird. Er mache eben “Kunst, die endgültig keine sein will, sondern echter Aktivismus.”

Im Vorfeld der Biennale trat er mit seinem Video “Berek” (“Hasch mich”) in Erscheinung, bei dem eine Gruppe Nackter in der Gaskammer tanzt. Letzte Woche hat er in Berlin-Neukölln Birken aus dem ehemaligen KZ Birkenau pflanzen lassen und Martin Zet, einer der von ihm angeheuerten Künstler rief dazu auf 60.000 Exemplare von Thilo Sarazzins “Deutschland schafft sich ab” zu Verbrennungzwecken zu sammeln.

Dass aber Reflex nicht zwangsläufig mit Reflektion einhergeht und auch nicht alles Kunst ist, was von Künstlern produziert wird, hat die Gruppe Rosa Perutz in der aktuellen Ausgabe der Jungle World noch einmal auf den Punkt gebracht.

Hier sind Auszüge des lesenswerten Texts:

“Die von der Biennale proklamierte »Anwendbarkeit« der Kunst ist ein Aufruf zur real action, welche die hemmenden Diskurse der Kritik und die Zensur durch den Kunstmarkt überwinden soll. Die zum Programm erhobene Verschmelzung von Kunst und Politik löst die Kunst von ihrem konkreten gesellschaftlichen Zusammenhang und setzt sie stattdessen in einem dezisionistischen Akt als Symbol bedingungsloser Radikalität. Diese Radikalität bedarf zu ihrer Selbstdarstellung der von ihr selbst angeprangerten Autoritäten, der Zensur und der Tabus, die ständig behauptet werden müssen, um sich gegen sie auflehnen zu können.

Žmijewski hat es in seiner künstlerischen Arbeit vorgemacht: Koketterien mit dem Tabubruch wie sein geschmackloser Umgang mit der Shoa sind ein probates Mittel solcher Selbst­inszenierung, jede Kritik daran kann als Zensur durch die Mächtigen, die Medien, die Direktoren sogleich angeprangert werden. Politik wird dadurch als ein existentieller Kampf gegen und um die Macht inszeniert, in dem für Widersprüche und Ambivalenzen kein Platz ist. Žmijewski bedient mit seiner bombastischen politischen Symbolik zunächst einfach nur den kuratorischen Allgemeinplatz jeder beliebigen Biennale der Gegenwartskunst: Er schafft eine temporäre Kunstausstellung mit spektakulärem Eventcharakter und stellt die nach Berlin importierte, vermeintlich dissidente, in diesem Fall in erster Linie osteuropäische Kunstszene in einen politisch aufsehenerregenden Zusammenhang. Read the rest of this entry »

Ein Bild aus der Zukunft

„Wir sind ein Bild aus der Zukunft“ heißt es ab morgen Abend im Berliner Theater HAU3.

Aufbauend auf einer Idee der Performerin und Journalistin Margarita Tsomou und des Theoretikers und Autors Tim Stüttgen versammelt sich für „Wir sind ein Bild aus der Zukunft“ eine interdisziplinäre Gruppe von Künstlern aus unterschiedlichsten Bereichen, die das Stücck intermedial und kollektiv gestalteten:

Vom Electro-Musiker Can „Khan“ Oral zu der bildenden Künstlerin Katrin Mayer, vom queeren Wiener Theatermacher Gin Mueller über den b_books-Filmemacher Nicolas Siepen bis zum Performer Julian Meding.

und darum geht’s:

„Wir sind ein Bild aus der Zukunft“ stand während den Athener Riots 2008 auf den Hauswänden gesprüht – wir, die Forscher_innen eines militanten Youtube-Senders, verstehen dieses Graffiti als Prophezeiung.
Wir sind die selbsternannten Kinder von Gabi Teichert, die ihre Mutter in der Zeit-forschenden Lehrerin aus Alexander Kluges Film „Die Patriotin” fanden. In einem Sende-Studio schließen wir uns zusammen, um den Stand der Endzeit zu analysieren, die gekommenen Aufstände zu dokumentieren und den queeren Kommunismus herbei zu fabulieren. Es geht um nichts weniger als eine revolutionäre Recherche: was könnten die Bilder der Zukunft sein? Read the rest of this entry »

HATE. ist immer und überall

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Am Samstag, den 28. Januar, findet in Hamburg eine bundesweite, antifaschistische Demonstration statt, deren Anliegen und Aufruf wir voll und ganz unterstützen:

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am 28. Januar 2012 in Hamburg
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Keine konkrete Gefährdung!

An dieser Stelle möchten wir das Schreiben dokumentieren, welches das LKA 5 (das sind die eher semiprofessionell vor sich hin fehleinschätzenden Experten vom polizeilichen Staatsschutz) aus Berlin Antifaschisten und Antifaschistinnen zukommen ließ, um sie davon zu unterrichten, dass sie auf Nazi-Seiten mit Foto und Beschreibung als “Linkskriminelle” vorgestellt werden. Aber unsere wackeren Kämpfer gegen den Extremismus geben sogleich Entwarnung: Es gibt keine “Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung”! Diese Einschätzung würde der Empfänger von einem dieser Briefe freilich nicht unbedingt teilen: Im Sommer letzten Jahres wurde er bei einem Fussballspiel von Nazis erkannt und zusammengeschlagen. Aber das wissen die Spezialisten vom Landeskriminalamt 5 zu Berlin trotz erstatteter Anzeige wahrscheinlich sowieso nicht, das Führen von Anwesenheitslisten bei Demonstrationen nimmt ja nun auch wirklich schon genug Zeit ein.

Autonomie im Maschinenraum

spanien

Heute Abend findet in Berlin, in der Hellen Panke, die Veranstaltung Proletarische Erfahrungen statt, die wir euch gerne ans Herz legen wollen.

Felix Baum (Berlin) und Christian Frings (Köln) werden mit Frank Engster (Berlin), der das Ganze moderiert, über die Vorläufer der „Neuen Linken“ in den 1940er und 1950er Jahren sprechen. Der Eintrittspreis beträgt 1,50 EUR.

Der Infotext:

Als es im Zuge von „1968“ zu einer radikalen Erneuerung der marxistischen Theorie und einer Abkehr von der „Orthodoxie“ kam, wurde nicht nur auf philosophisch-theoretische Ansätze wie die von Karl Korsch, Georg Lukàcs oder der Frankfurter Schule zurückgegriffen, sondern auch auf Arbeiten kleiner dissidenter Zirkel, die zu ihrer Zeit kaum Beachtung gefunden hatten. Dazu gehörten die Correspondence Group um Raya Dunayevskaya und C.L.R. James in den USA und die französische Zeitschrift Socialisme ou barbarie um Cornelius Castoriadis und Claude Lefort, die sich unter anderem im Rückgriff auf den Rätekommunismus von den vorherrschenden leninistischen und trotzkistischen Einflüssen gelöst hatten. Gestützt auf eigene Fabrikuntersuchungen thematisierten sie den Antagonismus und die Klassenbildung im unmittelbaren Produktionsprozess und legten damit einen lange verschütteten Aspekt der Marxschen Analyse wieder frei: den despotischen und irrationalen Charakter der kapitalistischen Arbeitsorganisation, der in Marx’ Kritik des Kapitals als Subsumtion der lebendigen unter die tote Arbeit enthalten ist. Read the rest of this entry »

Massive Dynamics

Tracing Mobility

Heute Abend, also am 23. November 2011, startet im Berliner Haus der Kulturen der Welt der Kongress Tracing Mobility mit einer Ausstellung, einem Symposium und einer offenen Gestaltungsplattform.

Die Nottinghamer Agentur Trampoline ist mit dieser Veranstaltung bereits durch mehrere Städte gezogen, in Berlin endet die Reihe am Sonntag.

Tracing Mobility untersucht, wie elektronische Netzwerke und mobile Medien unsere Wahrnehmung von Zeit und Raum, von Entfernung und Nähe nachhaltig verändern: Read the rest of this entry »

Aktuelle HATE